Wer zum ersten Mal eine Hundeschlittenfahrt bucht, stellt sich meistens eine lange Fahrt durch verschneite Täler vor. Die gibt es, aber sie ist eingebettet in einen Ablauf, der bei allen Camps um Tromsø ähnlich aussieht: Bus, Umziehen, Einweisung, Hunde, Fahrt, Aufwärmen, Bus. Wer das vorher weiß, plant entspannter und ist hinterher nicht überrascht, wie schnell die eigentliche Fahrt vorbei war.
Wie sich der Tag aufteilt
Drei Touren, an denen man die Unterschiede gut sieht. Alle Angaben stammen von den Produktseiten der Anbieter, mit Ausnahme der Fahrzeit bei Moa Hundseid und im Tamoktal, die aus Bewertungen kommt.
| Tour | Gesamt | Transfer je Richtung | Auf dem Schlitten |
|---|---|---|---|
| Arctic Adventure ToursKvaløya | 4 Std. | ab Scandic Ishavshotel | 70–80 Min. |
| Moa Hundseid ExpeditionKvaløya | 4,5 Std. | rund 40 Min. | 45–60 Min. laut Bewertungen |
| Tamoktal, Arctic ResortsLandesinneres | 7 Std. | rund 95 Min. | 15–20 Min. pro Person laut Bewertungen |
Die Gesamtdauer sagt also wenig über die Zeit auf den Kufen. Beim Tamoktal sitzt du über drei Stunden im Bus und bekommst dafür Schnee, der am Saisonanfang und -ende an der Küste oft fehlt. Bei Arctic Adventure Tours ist der Tag kürzer und die Fahrt am längsten.
Der Ablauf Schritt für Schritt
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Start in Tromsø
Abholung im Zentrum
Treffpunkt ist meist ein Hotel in der Innenstadt. Komm schon in deinen warmen Unterschichten, umgezogen wird erst im Camp. Die Busse sind geheizt, du schwitzt also eher als dass du frierst.
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25 bis 95 Minuten Fahrt
Transfer zum Camp
Die meisten Camps liegen auf der Insel Kvaløya, 25 bis 40 Minuten von der Stadt entfernt. Das Tamoktal im Landesinneren erreicht der Bus nach rund 95 Minuten. Die Camps liegen abseits der Stadtbeleuchtung, das ist abends der Grund für die Nordlicht-Chance.
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Ankunft
Einkleiden
Jeder bekommt einen Thermoanzug, der über die eigene Kleidung gezogen wird. Das Villmarkssenter und Moa Hundseid stellen auch Stiefel. Bei den anderen Touren steht auf der Produktseite, ob Stiefel dabei sind, sonst brauchst du eigene feste Winterschuhe. Mütze und Handschuhe bringst du überall selbst mit.
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Vor dem Start
Einweisung am Schlitten
Ein Guide erklärt, wie du auf den Kufen stehst, wie die Bremse funktioniert und was in Kurven und bergab zu tun ist. Eine Regel hörst du dabei sicher: Den Schlitten nie loslassen, auch nicht beim Halten, denn die Hunde laufen sonst ohne dich weiter.
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Kurz vor dem Start
Die Hunde lernen dich kennen
Beim Anschirren wird es laut. Die Hunde springen in die Leinen und heulen, weil sie loswollen. Für viele ist das der Moment, an den sie sich hinterher am deutlichsten erinnern. Fotos gehen jetzt am besten, unterwegs hast du die Hände am Bügel.
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15 bis 80 Minuten
Die Fahrt
Auf einem Self-Drive-Schlitten seid ihr zu zweit: Einer steht hinten und fährt, der andere sitzt im Schlitten. Unterwegs haltet ihr an und tauscht. Deine eigene Zeit am Bügel ist also ungefähr die Hälfte der Fahrzeit. Die Strecke geben die Guides vor, die Hunde kennen sie ohnehin.
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Nach der Fahrt
Aufwärmen im Camp
Je nach Tour gibt es eine warme Mahlzeit oder Kuchen und heiße Getränke. Danach bleibt Zeit bei den Hunden. Bei der geführten Tour im Villmarkssenter steht ein Besuch bei den Welpen sogar in der Leistungsbeschreibung. Ob gerade ein Wurf da ist, hängt trotzdem an der Zucht des Camps.
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Rückfahrt
Zurück nach Tromsø
Der Bus bringt dich zum Treffpunkt zurück. Bei den Touren auf Kvaløya bist du nach einem halben Tag wieder in der Stadt, beim Tamoktal ist ein ganzer Tag weg.
Was viele erst vor Ort merken
Die häufigste Enttäuschung in Bewertungen ist nicht die Kälte und nicht das Essen, sondern die Länge der Fahrt. Wer eine Expedition erwartet und eine halbe Stunde bekommt, ist unzufrieden, auch wenn alles gut organisiert war. Die Fahrzeiten der Touren stehen deshalb auf dieser Seite bei jeder Tour dabei.
Der zweite Punkt ist das Licht. Von Ende November bis Mitte Januar geht in Tromsø die Sonne nicht auf. Um die Mittagszeit gibt es ein paar Stunden blaue Dämmerung, am Nachmittag ist es dunkel. Wer die Landschaft sehen will, nimmt in diesen Wochen einen Termin am Vormittag. Mehr dazu im Artikel zur besten Reisezeit.
Und schließlich die Anstrengung. Fahren ist keine Sportübung, aber du stehst, hältst die Balance und bremst mit dem Fuß. An kurzen Anstiegen steigt man bei manchen Camps ab und schiebt oder läuft neben dem Schlitten her. Wer das nicht kann oder will, fährt im Passagierschlitten mit, dann lenkt ein Musher. Wie sich das anfühlt, steht im Artikel Den Schlitten selbst lenken.
Am Abend davor
- Lege Wollunterwäsche, Fleece, Mütze, Handschuhe und dicke Socken bereit.
- Lade Handy oder Kamera voll. In der Kälte leert sich der Akku schnell, trage ihn nah am Körper.
- Prüfe in der Buchungsbestätigung den Treffpunkt und die Uhrzeit.
- Iss vorher etwas. Bis zum Essen im Camp vergeht einige Zeit, und bei manchen Touren gibt es nur Kuchen.
Und der Abend im Camp?
Eine Ausnahme vom beschriebenen Ablauf ist der Husky-Abend im Villmarkssenter. Dort gibt es keine Schlittenfahrt. Du besuchst das Camp, verbringst Zeit mit den Hunden, isst zu Abend und hast bei klarem Himmel die Chance auf Nordlichter. Wer das weiß, ist mit dem Abend zufrieden. Wer eine Fahrt erwartet, nicht. Der Artikel Hundeschlitten und Nordlicht erklärt den Unterschied.


