Die Huskys in den Camps um Tromsø sind Arbeitshunde, keine Kulisse. Was das für ihren Alltag bedeutet, worauf du beim Besuch achten kannst und was Gäste kritisieren.
Schlittenhunde laufen gern. Das sieht man ihnen beim Start an. Foto: Unsplash
Wer an Huskys denkt, hat meistens einen Hund mit blauen Augen und dichtem grauweißem Fell vor Augen, den Siberian Husky. In den Camps um Tromsø laufen vor allem Alaskan Huskys. Das ist keine anerkannte Rasse, sondern ein Arbeitshund, über Generationen auf Ausdauer, Tempo und Freude am Ziehen gezüchtet. Sie sind oft schlanker, das Fell kürzer, die Farben bunt gemischt. Und sie wollen laufen.
Wie groß die Camps sind
Tromsø Villmarkssenter
rund 200 Huskys
Arctic Adventure Tours
rund 130 Huskys
Moa Hundseid
Familienbetrieb
Saison
Schlitten von Mitte November bis Ende April
Das Villmarkssenter auf Kvaløya wurde von einer Familie mit Wurzeln im Iditarod gegründet, dem bekanntesten Schlittenhunderennen der Welt in Alaska. Die anderen Betriebe in unserem Vergleich sind ebenfalls ganzjährig arbeitende Camps mit großen Hundegruppen. Die Hunde leben dort das ganze Jahr, nicht nur in der Saison.
Woran du ein gut geführtes Camp erkennst
Ein Besuch reicht nicht für ein Urteil über die ganze Haltung. Aber ein paar Dinge siehst du in jedem Camp, wenn du darauf achtest:
Hunde, die beim Anschirren aufgeregt heulen und in die Leinen springen. Zögernde, geduckte oder teilnahmslose Tiere sind das Gegenteil.
Guides, die über einzelne Hunde sprechen können: Namen, Eigenheiten, wer neben wem läuft und warum.
Saubere Gehege und Hunde in sichtbar guter Verfassung, mit gepflegtem Fell und normalem Gewicht.
Ein Camp, das du dir ansehen darfst, statt einer hergerichteten Ecke für Fotos.
Eine Antwort auf die Frage, was die Hunde im Sommer machen.
Frage ruhig nach. Gute Camps freuen sich über Interesse an ihren Hunden. Ausweichende Antworten sind auch eine Information.
Die Zeit mit den Hunden im Camp ist für viele Gäste der schönste Teil des Tages. Foto: Unsplash
Die Sache mit den Ketten
Die meisten Bewertungen der Camps bei Tromsø beschreiben gut versorgte Hunde. Nicht alle. Eine Besucherin des Abends im Villmarkssenter war schockiert, Hunde an kurzen Ketten zu sehen. Ihre Bewertung steht weiter unten bei den Stimmen der Gäste.
Zwei Dinge stimmen dabei gleichzeitig. Anbindehaltung ist in arbeitenden Schlittenhunde-Camps verbreitet, auch in Betrieben mit langer Renngeschichte. Wer einen Familienhund auf dem Sofa als Vergleich im Kopf hat, findet ein Arbeits-Camp befremdlich, unabhängig von seinen Standards. Und: Verbreitet heißt nicht, dass die Frage erledigt ist. Wie viel Bewegung, Kontakt und Pflege die Hunde rund um die Kette bekommen, ist genau der Punkt, auf den du schauen solltest.
Skeptisch kommen, genau hinschauen
Auffällig viele positive Stimmen zum Tierwohl stammen von Gästen, die mit Zweifeln angereist sind. Eine Besucherin von Arctic Adventure Tours schrieb, sie habe anfangs ein schlechtes Gefühl bei der Buchung gehabt, bis sie gesehen habe, wie die Tiere versorgt werden. Bei Moa Hundseid beschreiben Gäste Hunde in Topform und Besitzer, denen man ansieht, dass ihnen die Tiere am Herzen liegen.
Was du als Gast tun kannst: Schaue beim Anschirren hin, das sagt in wenigen Sekunden mehr als jeder Prospekt. Stelle Fragen. Und schreibe hinterher in deiner Bewertung, was du gesehen hast. Bewertungen sind das Nächste, was diese Branche an einer Tierwohl-Kontrolle von außen hat.
Welpen gibt es nicht auf Bestellung
Keine der buchbaren Touren ist ein reiner Welpenbesuch. Die geführte Tour im Villmarkssenter nennt einen Besuch bei den Welpen in ihrer Leistungsbeschreibung, aber auch dort hängt es am Camp, ob gerade junge Hunde da sind. Würfe folgen der Zuchtplanung der Camps, nicht dem Reisekalender. Ein Camp, das das ganze Jahr Welpen verspräche, würde seine Zucht nach den Gästen ausrichten, und das wäre das Gegenteil von gutem Tierwohl.
Das Villmarkssenter schreibt, dass die Zeit mit den Hunden nach seiner Self-Drive-Tour je nach Saison auch Welpen einschließen kann. Wenn Welpen für dich den Ausschlag geben, frage vor der Buchung direkt beim Anbieter. Kostenlos stornieren kannst du bis 24 Stunden vorher, die Frage kostet also nichts.
Was Gäste über die Haltung schreiben
Eine Besucherin, die skeptisch kam und beruhigt ging, eine, die die Besitzer und ihren Umgang mit den Hunden lobt, und eine, die die Anbindehaltung in einem Camp schockiert hat. Alle drei Stimmen gehören dazu.
★★★★★
… Anfangs hatte ich ein schlechtes Gefühl dabei, den Ausflug gebucht zu haben, aber als ich sah, wie gut die Tiere versorgt werden, wurde mir klar … sie bekommen sichtlich viel Zuwendung und Liebe. Der Minibus … war neu, und die ganze Anlage war angenehm und von hohem Standard …
Die Besitzer sind sehr freundlich … Man merkt, dass sie sich um ihre Hunde kümmern und sie lieben und ihnen ein Erlebnis wichtig ist, bei dem Besucher und Hunde gleichermaßen eine gute Zeit haben …
Daniela, Mexiko, März 2026Premium-Self-Drive mit Mahlzeit · Moa Hundseid Expedition · übersetzt
★★★☆☆
… Ich war schockiert von den Lebensbedingungen der Hunde, angekettet an einer 2-Meter-Kette … Diese Tour ist sehr teuer und ist ihren Preis eindeutig nicht wert.
Verifizierte Reisende, Schweiz, Februar 2026Husky-Abend mit Dinner · Tromsø Villmarkssenter · übersetzt
Echte Bewertungen von GetYourGuide, ins Deutsche übersetzt und an den markierten Stellen gekürzt.
Touren mit viel Zeit bei den Hunden
Zu jeder Tour gehört Zeit im Camp. Bei diesen drei ist sie besonders groß oder besonders gelobt.
Selbst fahren · Moa Hundseid Expedition
Alles inklusive bei Moa Hundseid
Rund drei der viereinhalb Stunden verbringst du im Camp. Gäste loben die Verfassung der Hunde und den familiären Betrieb.
Die Preise kommen direkt von GetYourGuide und gelten pro Person inklusive Gebühren. Gebucht wird dort, kostenlos stornieren kannst du jede dieser Touren bis 24 Stunden vor Beginn.
Häufige Fragen
Ist Hundeschlittenfahren Tierquälerei?
Die etablierten Camps bei Tromsø sind ganzjährig arbeitende Betriebe mit Hunden, die zum Laufen gezüchtet sind und es sichtbar wollen. Viele skeptische Gäste schreiben, der Besuch habe sie beruhigt. Ein Freibrief ist das nicht. Woran du ein gutes Camp erkennst, steht in diesem Artikel.
Warum sind Schlittenhunde angekettet?
Anbindehaltung ist in arbeitenden Schlittenhunde-Camps verbreitet, auch in lange etablierten Betrieben. Für sich genommen beweist sie kein schlechtes Camp, sie überrascht aber viele Gäste. Entscheidend ist, wie viel Bewegung, Kontakt und Pflege die Hunde drumherum bekommen.
Kann ich Husky-Welpen sehen?
Am ehesten bei der geführten Tour im Villmarkssenter, deren Leistungsbeschreibung einen Besuch bei den Welpen nennt. Welpen gibt es aber nur, wenn das Camp einen Wurf hat, und das folgt der Zucht, nicht der Reisesaison. Wenn Welpen für dich entscheidend sind, frage vor der Buchung beim Anbieter nach.
Was machen die Hunde im Sommer?
Sie leben weiter im Camp. Ab September trainieren einige Camps die Gespanne mit Wagen auf Rädern, bevor im November der Schnee kommt. Ein Camp, das darauf eine Antwort hat, arbeitet das ganze Jahr mit seinen Hunden.
Sind die Hunde Besuch gewohnt?
Ja. Es sind sozialisierte Arbeitshunde, die täglich Gäste sehen. Im Camp gilt trotzdem, den Anweisungen der Guides zu folgen, vor allem mit Kindern.